Neubau
St. Vinzenz Areal Gebäude 4-6, Wangen im Allgäu
Bauzeit: 01/2022 – 02/2024
Bearbeitung: LPH 1-5
Baukosten: ca. 16,5 Mio. €
BGF: 7.479 m²
BRI: 25.046 m³
NUF: 5.852 m²
Bauherr
Vinzenz von Paul gGmbH
Fotos: Roland Halbe
Auf dem Gelände der ehemaligen Seniorenresidenz St. Vinzenz in Wangen im Allgäu ist das Vinzenz Areal mit sechs Neubauten entstanden. Das städtebauliche Konzept vereint generationsübergreifendes Wohnen, Pflege- und Betreuungsangebote sowie gemeinschaftlich nutzbare Flächen.
Drei solitäre Baukörper bilden das Herzstück des Quartiers und ergänzen das unmittelbar benachbarte Pflegeheim um ein abgestuftes Wohn- und Betreuungskonzept. Neben seniorengerechten Wohnungen wurden im Erdgeschoss verschiedene gemeinschafts- und versorgungsorientierte Einrichtungen integriert, darunter ein Gemeinschaftsraum mit Teeküche, ein Therapieraum, eine Sozialstation, eine Regionalverwaltung sowie eine Tagespflege. Damit entsteht ein Wohnumfeld, das selbstbestimmtes Leben im Alter mit bedarfsgerechten Unterstützungsangeboten verbindet.
Insgesamt umfassen die drei Baukörper 62 Wohneinheiten mit unterschiedlichen Wohnungsgrößen und Typologien. Das Angebot gliedert sich in 14 Einzelzimmer-, 34 Zweizimmer- und 14 Dreizimmerwohnungen und ermöglicht damit eine flexible Nutzung für unterschiedliche Lebenssituationen.
Die drei Baukörper, die über eine Tiefgarage verbunden sind, werden in Massivbauweise errichtet. Die Wohnungstrennwände werden in Stahlbeton ausgeführt. Innerhalb der Wohnung wird aufgrund einer größeren Flexibilität in einer möglichen Nachnutzung auf tragende Massivwände weitestmöglich verzichtet.
Architektonisch zeichnen sich die Baukörper durch eine klar gegliederte Lochfassade aus, die dem Ensemble eine ruhige und zeitlose Erscheinung verleiht. Großzügige, überwiegend bodentiefe Fenster schaffen helle Wohnräume und fördern den Bezug zum Außenraum. Jede Wohnung verfügt über einen vorgestellten, schwellenlos zugänglichen Balkon, der als Erweiterung des Wohnraums dient und gleichzeitig die Fassadengliederung prägt.
Die Gebäude wurden im Effizienzhaus-40-Standard realisiert und erfüllen hohe Anforderungen an Energieeffizienz und Zukunftsfähigkeit. Besonderes Augenmerk lag darüber hinaus auf einem konsequent ressourcenschonenden Materialkonzept. Im Zuge des Rückbaus der Bestandsgebäude konnten rund 15.000 Tonnen Betonbruch direkt auf dem Areal aufbereitet und zu hochwertigem Recyclingbeton verarbeitet werden. Dieser R-Beton kommt heute in etwa 80 bis 90 Prozent der Neubaukonstruktionen zum Einsatz und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft im Bauwesen.
Ergänzend wurden klinkerreduzierte Zementsorten sowie innovative Carbonbewehrungen für filigrane Balkonplatten eingesetzt. Durch die Wiederverwendung vorhandener Baustoffe konnten der Bedarf an Primärrohstoffen deutlich reduziert, Transportwege minimiert und die CO₂-Emissionen signifikant gesenkt werden.
Mit der Verbindung aus sozialer Nachhaltigkeit, energieeffizienter Architektur und einem konsequenten Recyclingansatz setzt das Vinzenz Areal neue Maßstäbe für zukunftsorientierte Quartiersentwicklungen.
